[00:00.000] 作曲 : Richard Wagner[00:00.000]Wo hast du nun,Mime,[00:03.240]dein minnigesWeibchen,[00:08.539]daß ich es Mutter nenne?[00:12.320]Was ist dir,Tor?[00:13.450]Ach, bist du dumm![00:15.254]Bist doch weder Vogel noch Fuchs?[00:18.774]Das zullende Kind[00:20.806]zogest du auf,[00:22.639]wärmtest mit Kleiden[00:24.241]den kleinenWurm: –[00:26.690]wie kam dir aber[00:28.478]der kindischeWurm?[00:31.134]Du machtest wohl gar[00:32.727]ohne Mutter mich?[00:35.038]Glauben sollst du,[00:36.237]was ich dir sage:[00:37.388]ich bin dir Vater[00:39.395]und Mutter zugleich.[00:41.644]Das lügst du, garstiger Gauch![00:44.567]Wie die Jungen denAlten gleichen,[00:47.139]das hab’ ich mir glücklich ersehn.[00:51.199]Nun kam ich zum klaren Bach:[00:55.518]da erspäht’ ich die Bäum’[00:58.928]und Tier’ im Spiegel;[01:02.422]Sonn’ und Wolken,[01:05.229]wie sie nur sind,[01:08.099]im Glitzer erschienen sie gleich.[01:17.911]Da sah ich denn auch[01:20.601]mein eigen Bild;[01:26.674]ganz anders als du[01:28.366]dünkt’ ich mir da:[01:29.806]so glich wohl der Kröte[01:30.974]ein glänzender Fisch;[01:33.486]doch kroch nie ein Fisch aus der Kröte![01:37.831]Gräulichen Unsinn[01:38.886]kramst du da aus![01:41.014]Siehst du, nun fällt[01:42.586]auch selbst mir ein,[01:44.285]was zuvor umsonst ich besann:[01:47.896]wenn zumWald ich laufe,[01:49.562]dich zu verlassen,[01:51.823]wie das kommt, kehr’ ich doch heim?[01:53.862]Von dir erst muß ich erfahren,[01:56.627]wer Vater und Mutter mir sei![02:00.695]Was Vater!Was Mutter![02:02.053]Müßige Frage![02:05.100]So muß ich dich fassen,[02:07.140]um was zu wissen:[02:08.637]gutwillig[02:09.794]erfahr’ ich doch nichts![02:10.967]So mußt’ ich alles[02:12.407]ab dir trotzen:[02:13.942]kaum das Reden[02:15.121]hätt’ ich erraten,[02:16.553]entwandt ich’s[02:17.567]mit Gewalt nicht dem Schuft![02:18.952]Heraus damit,[02:19.936]räudiger Kerl![02:21.870]Wer ist mir Vater und Mutter?[02:23.759]Ans Leben gehst du mir schier! –[02:26.116]Nun laß!Was zu wissen dich geizt,[02:28.681]erfahr’ es, ganz wie ich’s weiß. –[02:32.870]O undankbares,[02:35.956]arges Kind![02:38.007]Jetzt hör’, wofür du mich hassest![02:41.329]Nicht bin ich Vater[02:44.009]noch Vetter dir, –[02:46.653]und dennoch verdankst du mir dich![02:48.785]Ganz fremd bist du mir,[02:50.244]dem einzigen Freund;[02:51.909]aus Erbarmen allein[02:53.492]barg ich dich hier[02:54.726]nun hab’ ich lieblichen Lohn![02:57.911]Was verhofft’ ich Tor mir auch Dank?[03:17.993]Einst lag wimmernd einWeib[03:22.541]da draußen im wilden Wald:[03:37.758]zur Höhle half ich ihr her,[03:46.213]am warmen Herd sie zu hüten.[04:00.006]Ein Kind trug sie im Schoße;[04:05.891]traurig gebar sie’s hier;[04:13.631]sie wand sich hin und her,[04:17.525]ich half, so gut ich konnt’:[04:23.319]groß war die Not! Sie starb –[04:54.823]doch Siegfried, der genas.